Novi Sad, Serbien

   

„Am Fuße der Hänge der Fruška Gora, am Ufer der Donau liegt eine der schönsten Städte der Vojvodina, Serbiens, des ganzen ehemaligen Jugoslawiens und vielleicht auch dieses Teils Europas“, so beginnen die meisten Texte über Novi Sad.

Doch wie relevant, wenn überhaupt, sind geografische Maßstäbe heute? Novi Sad, Újvidék, Neusatz und Neoplanta sind die bekanntesten Namen, die diese Stadt im Laufe der Geschichte trug. Was sie ebenfalls charakterisiert und prägt, ist die Festung Petrovaradin jenseits der Donau – eines der bedeutendsten kulturhistorischen Denkmäler der Vojvodina und darüber hinaus.

Mit ihren fast 400.000 Einwohnern ist Novi Sad die größte Stadt der Region und eine der größten Städte Serbiens. In den vergangenen Jahren entwickelte sie sich – als Gastgeberin bedeutender Ereignisse – zum Zentrum der Vojvodina und auch zu einem Zentrum gesellschaftlicher und politischer Macht. Das ist eine durchaus positive Entwicklung, möglicherweise aber auch Indiz für die starke Zentralisierung des serbischen Staates und der Provinz.
Während einerseits viele Dörfer und kleinere Städte kulturell und wirtschaftlich veröden, entwickeln sich wenige größere Städte, allen voran Novi Sad, zum Sammelpunkt all jener, die auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, nach Kunst und Kultur oder einfach nach Lohn und Brot sind.

Letzten Erhebungen zufolge leben Menschen 28 verschiedener Nationen in der Stadt. Vertreten sind auch alle großen Religionen, nicht alle jedoch mit eigenen Räumlichkeiten: Die Synagoge dient als Konzertsaal, eine Moschee gibt es nicht. Angesichts der österreichisch-ungarischen Vergangenheit wundert es nicht, dass christliche (katholische, protestantische und orthodoxe) Gotteshäuser am stärksten vertreten sind. Ebenso verhält es sich mit der Architektur: Im alten Stadtkern dominieren die österreichisch-ungarischen Fassaden. In einzelnen Straßen lassen sich außerdem immer noch Häuser finden, die zweihundert Jahre alt sind – die letzten überlebenden Zeugen einer längst vergangenen Zeit.

Novi Sad ist eine Universitätsstadt. Neben der Kunstakademie und der Philosophischen Fakultät gibt es Fakultäten für Naturwissenschaften und Mathematik, Landwirtschaft, Rechtswissenschaft, Medizin und für technische Wissenschaften. Darüber hinaus gibt es mehrere private Hochschulen, die auf verschiedene Managementbereiche spezialisiert sind. Mehrere große Festivals, insbesondere das Mainstream-Musikfestival Exit, haben Novi Sad über die Landesgrenzen hinaus bekannt gemacht. Die zeitgenössische und alternative Kunstszene geriet etwas ins Hintertreffen. Warum dies so ist, bleibt ein Thema, über das es nachzudenken und das es zu diskutieren gilt.

Es lohnt sich, nach Novi Sad zu reisen – trotz oder gerade wegen der Herausforderungen, die die Stadt zu bewältigen hat. Es lohnt sich, Novi Sad zu entdecken und zu erkunden. Und nicht zuletzt lohnt es sich immer, nach Novi Sad zurückzukehren.

Stationen in Novi Sad (7)

  • 1 Restaurant Marina mehr
  • 2 Atina mehr
  • 3 Donaupark und Umgebung mehr
  • 4 Passagen der Zmaj-Jova-Straße mehr
  • 5 Café Oblomov mehr
  • 6 Bücher-Café Nublu mehr
  • 7 Donau mehr
   

Künstler

Dušan Bracić

Biografie

Marc Degens

Biografie

„Am Fuße der Hänge der Fruška Gora, am Ufer der Donau liegt eine der schönsten Städte der Vojvodina, Serbiens, des ganzen ehemaligen Jugoslawiens und vielleicht auch dieses Teils Europas“, so beginnen die meisten Texte über Novi Sad.